
Heilsame Trauer braucht Zeit, Raum und Freiheit im Sein
Allein die Vielzahl von Gefühlen wahrzunehmen und zuzulassen stärkt bereits die innere Widerstandskraft und äußere Handlungsfähigkeit.
Es geht auf lange Sicht dabei nicht ums Loslassen – vielmehr hilft das bewusste Erinnern, die Verbindung zu wahren und das eigene, sich wandelnde Leben zu gestalten.
Ich begleite genau diese Koexistenz und unterstütze Menschen individuell dabei, mit der Trauer neuen Lebensmöglichkeiten wieder zu vertrauen. Denn das Leben „danach“ kommt ohne einen Fahrplan, und es ist normal, dass sich eine lange Zeit lang nichts mehr normal anfühlt.
In der Praxis greife ich auf eine Vielzahl von Ansätzen bei der Be-arbeitung von Trauer zurück. Neben dem aktiven Zuhören können Elemente der erzählenden (narrativen) Arbeit, kreative Ausdrucksformen (z. B. Schreiben, Symbole, Rituale) oder körperorientierte Zugänge hilfreich sein. Ob und welche Techniken in der Begleitung angewendet werden, entscheidet sich stets im Einzelfall.

Manchen Trauernden hilft es zum Beispiel, die Erlebnisse wie in Zeitlupe noch einmal durchzugehen, um die Verlusterfahrung einordnen zu können. Das klingt marginal und ist doch so entscheidend, denn Trauernde wünschen sich des Öfteren „den Film zurück zu spulen“, um einen anderen Ausgang zu ermöglichen. Bis die Seele die Endgültigkeit dieser einen Realität annehmen kann, braucht es Zeit und manchmal auch Begleitung. Sie selbst bestimmen dabei Tempo und Tiefe.



