Was Trauer wirklich bedeutet

Eine innere, symbolische Verbindung zum Verstorbenen
baut sich oft mit der Zeit auf, Trauer lässt sich wie eine bewegende Erinnerung verstehen. Der Mensch ist grundsätzlich dazu befähigt, sich parallel an die äußeren, veränderten Umstände anzupassen. Nicht jeder Betroffene sucht demnach sofort eine Hilfe zur Selbsthilfe.

Erschwert werden kann dieser Prozess allerdings durch gewisse Risikofaktoren wie gesellschaftliche Umstände („Der Tod wird totgeschwiegen“) oder fehlenden sozialen / familiären Rückhalt. Auch plötzliche oder gewaltsame Todesfälle stellen eine zusätzliche Belastung dar, genau wie eine enge partnerschaftliche Bindung. Nach 20 oder 30 Jahren gemeinsam gelebtem Leben von heute auf morgen als alleinstehender Mensch den Alltag neu zu organisieren, kann zutiefst überfordernd sein.

Während akute Schmerzen eine Warnfunktion haben, können anhaltende Beschwerden oder Schlafstörungen allerdings auch Ausdruck der Überlastung sein. So können Schuldgefühle und Selbstvorwürfe überhandnehmen, sich von der realen Situation lösen oder sich stark an äußeren Normen orientieren („Wieso trägt sie denn kein Schwarz mehr, und war er etwa schon im Urlaub?“).

Trauerwege verlaufen individuell und nicht linear: Phasen überlagern sich, kehren zurück und verändern sich im Laufe der Zeit. Entscheidend ist nicht, einem Schema zu folgen, sondern einen eigenen, tragfähigen Weg im Spannungsfeld von Erinnern und Weiterleben zu finden.

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